„Wir wollen so viel St. Martin wie möglich”

Niederrhein im Blick,

Kempen. (wil) Die St. Martinszüge fallen aus, diese traurige Nachricht hat inzwischen die Runde gemacht. Aber beim St. Martin-Verein herrscht Geschäftigkeit. Vorsitzender Rainer Hamm berichtet im Gespräch im NiB, wie das geliebte St. Martinsfest trotz Corona gerettet werden kann. So wird es wie immer eine Fackelausstellung geben, und zwar vom heutigen Freitag, 9. Oktober an bis bis zum 5. November. Rainer Hamm: “Alle Schulen haben sich bereiterklärt, pro Klasse mindestens zwei Fackeln für die Ausstellung bereitzustellen, so dass wir tatsächlich im Rathaus wie gewohnt Fackeln ausstellen werden. Und die Kindergärten werden sicher auch wieder Fackeln in den Schaufenstern ausstellen”. Der St. Martin-Verein will den Klassen als Dankeschön ihre Fackelprämien zukommen lassen, in diesem Jahr in reduzierter Höhe: “Wir dachten an 50 Euro pro Klasse”, so Hamm. “Wir möchten auch gerne den Schulleitern wie in den vergangenen Jahren die Schulprämien zur Verfügung stellen, die unbürokratisch für soziale Zwecke verwendet werden sollen. Und natürlich möchten wir auch die Kindergärten nicht leer ausgehen lassen. Sie können das Geld gut brauchen”. Wenn schon keine Blo-es, so sollen die Kinder trotzdem eine Martinsgabe bekommen, und zwar einen Rosinenstuten. “Insgesamt werden etwa 3.500 Stuten für die Kinder beschafft und direkt an die Schulen und Kindergärten geliefert. Die ersten Stuten wird wohl Sankt Martin persönlich symbolisch übergeben”, berichtet Hamm. Das alles kostet Geld, d.h. es geht nicht ohne Sammlung. “Wir brauchen annähernd 25.000 Euro, wenn wir das alles realisieren wollen, und würden uns also freuen, wenn viele unserer Sammler trotz Corona sammeln gehen, natürlich unter Einhaltung der Regeln”. Manche Sammler betreuen schon seit Jahrzehnten denselben Bezirk, da bedeutet der jährliche Besuch mehr als nur Geld abzu- holen. Aber: “Jeder Sammler soll selber entscheiden, ob er sammeln geht oder nicht. Wir verlangen von niemandem, dass er losgeht, wenn er die Gefährdungslage anders beurteilt. Diejenigen, die nicht sammeln möchten, haben wir gebeten, ein Schreiben rundzubringen, das wir für alle vorbereitet haben, und in dem darum gebeten wird, Geld zu bringen oder zu überweisen”. Für die Bürgerschaft gilt: Sollte drei Tage vor St. Martin noch niemand zum Sammeln da gewesen sein, so wäre es schön, wenn ein Spendenbetrag auf das Konto des St.-Martin-Ver-ein Kempen (IBAN DE29320 500000011034246) überwiesen würde. Eine Bescheinigung über die Gemeinnützigkeit wird der Verein auf seiner Homepage bereitstellen”. Vielen Kempener wird es sicher zu Herzen gehen, wenn am 9. November um 18 Uhr und am 10. November um 17 Uhr wie immer geläutet wird, um an die Züge zu erinnern, die zu normalen Zeiten jetzt begonnen hätten. Am Abend des 10. November wird zudem voraussichtlich in der Propsteikirche eine kleine ökumenische Andacht mit geladenen Gästen stattfinden, die im Internet übertragen werden soll.   Rainer Hamm: “Die Kempener werden gebeten, zu Sankt Martin die Stadt passend zu dekorieren, auch wenn keine Züge sttafinden. Wie gesagt: so viel Sankt Martin wie möglich”. 

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