„Wir sind zufrieden, aber es ist noch Luft nach oben”

Niederrhein im Blick,

Armin Horst (r.) und Rainer Hamm (M.) trafen bei ihrem Inspektionsgang auch auf viel Zuspruch von Stadtoberaufseher Ferdi.

Kempen.(wil) Der „Markt der Sterne" hat einen neuen Selfie-Point: die historischen Skigondeln vor dem Rathaus laufen dem bisherigen Lieblingsmotiv Nr. 1, dem Sternenhimmel am Buttermarkt, den Rang ab. Werberingvorsitzender Armin Horst freut sich, dass die außergewöhnlichen Sitzgelegenheiten so gut ankommen. „Richtig glücklich" ist er mit der Peterstraße. Der Weihnachtswald, den Claudia Pinkle, Christoph Wefers und Andreas Cohrs dort mit viel Engagement realisiert haben, ist in diesem Jahr einer der Höhepunkte des Kempener Weihnachtsmarkts.
Zwei Weihnachtsmarktwochenenden sind vorbei, zwei weitere kommen noch. Eine Zwischenbilanz. „Wir sind sehr zufrieden mit den bisherigen Besucherzahlen", sagt Armin Horst. Besonders am ersten Adventwochenende war die Altstadt voller Besucher, am zweiten Wochenende - bei regnerischen Wetter - war´s nicht ganz voll, dafür waren "aber sehr viele Holländer hier", die wohl den Nikolaustag in Kempen verbringen wollten.
Nun folgt der dritte "Markt der Sterne", der wegen des verkaufsoffenen Sonntags erwartungsgemäß zu den besucherstärksten Tagen zählen wird. Dass erstmals auch die Möbel-, Elektronik- und Baumärkte außerhalb des Stadtzentrums geöffnet haben, wird sicher weitere Besucherströme bringen. Die Besucherzahlen stimmen, doch bei Deko und Angebot "ist noch Luft nach oben", meint Armin Horst. "Im Vergleich zu den Vorjahren gibt es deutliche Fortschritte, aber wir sind noch nicht in jeder Hinsicht zufrieden".
Wie's besser geht, zeigte eine Fachtagung in Oldenburg, die vor ein paar Tagen stattfand. "Holzbuden mit Schindeln und Kupferdachrinnen - so etwas bringt eine andere Atmosphäre als weiße Pagodenzelte. Und ganz wichtig: in der ganzen Stadt steht kein einziger Weihnachtsbaum, der unbeleuchtet und ungeschmückt ist". Zudem sei man von den Kollegen aus anderen Städten "zwei Mal kräftig ausgelacht worden", so Horst. "Ein Mal, als wir erzählten, dass wir den Weihnachtsmarkt vier Mal auf- und abbauen müssen. Und das zweite Mal, weil offenbar in allen anderen Kommunen die Wochenmarkthändler bereit sind, in der Adventszeit auszuweichen, nur bei uns nicht".
Das ist ein wunder Punkt, an den in Kempen vorläufig keiner rühren möchte. Ein anderer wunder Punkt ist und bleibt die Weihnachtsbeleuchtung, seit der Liegenschaftsausschuss letzte Woche zwar einen Zuschuss zugesagt hat, die vom Werbering erhoffte Übernahme der Gesamtkosten und der Gesamtverantwortung abgelehnt hat. "Wir sind froh über den Zuschuss, aber unser Problem ist damit nicht gelöst, weil die Kosten steigen und sich möglicherweise private Spender zurückziehen". Kleinen Geschäften sei ohnehin kaum zu vermitteln, warum sie einen Zuschuss zur Weihnachtsbeleuchtung zahlen sollen, während große Filialisten auf stur schalten und von den Segnungen einer festlich beleuchteten und gut besuchten Altstadt zum Nulltarif profitieren.
Würde sich die Stadtverwaltung des Themas annehmen und die Geschäfte anschreiben, könnte das schon etwas bewirken: "Eigentlich sind wir nicht zuständig", findet Horst, "eigentlich ist die Weihnachtsleuchtung insgesamt ein Thema fürs Stadtmarketing". Am 3. Adventswochenende werden die Besucher von all diesen Überlegungen nichts mitbekommen: Die Buden auf dem Buttermarkt sind wieder aufgebaut, die ganze Altstadt ist festlich herausgeputzt. Doch hinter den Kulissen wird weiterhin kräftig diskutiert, denn eines ist gewiss: Weihnachten 2020 kommt so sicher wie das Amen im Gebet. 

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