Wer sammeln will, kommt auf eine Warteliste...

Niederrhein im Blick,

Die Macher der neuen Homepage: (v.r.) Schorsch Derks, Christian Maiwald und Hennig Lindeke.

Kempen. Eigentlich passert jedes Jahr dasselbe, und dennoch lassen sich Jahr für Jahr rund 30.000 Besucher den schönsten, größten und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten St. Martinszug nicht entgehen. Und für die Kempener gilt ohnehin, dass St. Martin das schönste Fest des Jahres ist. Die Kempener lieben St. Martin und für das Martinsfest tun sie alles.
Organisiert wird das Fest vom St.-Martin-Verein. „Der Verein besteht aus den aktiven Sammlern, langjährigen ehemaligen Sammlern, den Schul- und Kindergartenleitern und den Sankt-Martin-Darstellern als so genannte geborene Mitglieder", berichtet Vorsitzender Rainer Hamm. "Wir haben derzeit etwa 160 aktive Sammler und etwa 20 ehrenamtliche Mitglieder, die länger als 20 Jahre gesammelt haben. Damit kommen wir auf knapp 200 Mitglieder".
Während andernorts die St. Martinskomitees händeringend nach Sammlern suchen, hat Kempen genügend Helfer: "Die Bereitschaft innerhalb des Vereins ist groß, und für's Sammeln gibt es sogar eine Warteliste". Den Sammlern kommt eine entscheidende Aufgabe zu, denn die beiden Züge, die Tüten für die Kinder, das Feuerwerk - all das finanziert sich ausschließlich über Spenden aus Kempen. Privatleute und auch Unternehmen geben gern und reichlich, damit das Fest immer wieder in gewohner Pracht stattfinden kann. Und im Verein weiß jeder, was wann zu tun ist.
"Wir fangen schon im Spätsommer an, weil wir dann im Hinblick auf die Ferien die Termine festlegen müssen. Danach folgen auch schon die ersten Besuche in den Schulen.
Mitte September ist immer die erste Versammlung mit dem Startschuss für die Sammlung", so Hamm.
Neben dem Geldsammeln ist das Packen der Bloe-es ein echter Kraftakt: Tausende von Schülern ziehen mit ihren selbst gebastelten Fackeln mit und freuen sich auf eine üppige Martinstüte.
Und was ist dieses Jahr drin? Rainer Hamm: „Etwas Süßes, etwas Gesundes, etwas Herzhaftes. Das Nappo und der Appel von Hardt sind Pflicht. Wir achten bei den Schoko-Erzeugnissen auf die UTZ-Zertifizierung, die Nachhaltigkeit und vernünftige Anbaubedingungen".
Bei aller Liebe zum Umweltschutz kommt eines jedoch nicht in Frage: ein Verzicht auf das Feuerwerk, das immer zum Abschluss des Schulkinderzugs am 10. November stattfindet und auch in diesem Jahr von den Profis der Firma Weco aus Eitorf gezündet wird. "Das Feuerwerk gehört seit mindestens 110 Jahren zu Sankt Martin in Kempen. Das werden wir nicht mal so eben über Bord werfen.
 Insofern ist für uns eine Laser-Show (wie jetzt in Oedt angedacht, d.Red.) sehr weit weg. Bei aller Akzeptanz der Erfordernis von Klimaschutz-Maßnahmen wäre es reiner Aktionismus, beim Kempener St.-Martin-Feuerwerk anzufangen", findet Hamm.
Weiß er, woher die besondere Bedeutung des St. Martinfestes für die Kempener rührt? "Tja, das weiß ich auch nicht. Die Begeisterung ist immer weiter gewachsen, so dass alle sich ganz viel Mühe geben, ein tolles St.-Martin-Fest zu organisieren".
Ob nun die Kinder, die wahre Fackel-Kunstwerke basteln, oder die Erwachsenen, die im Verein mithelfen - in Kempen spürt man den Idealismus, der so gut zu diesem Fest des Teilens passt.
So war´s auch, als jetzt die Homepage des St. Martin-Vereins wegen eines Software-Relaunchs neu programmiert werden musste. Schorsch Derks, Christian Maiwald und Hennig Lindeke überarbeiteten die Seite, passten sie für die Nutzung durch Handy und Tablet an - und das alles ohne dem Verein auch nur 1 Cent in Rechnung zu stellen.
Der Vorsitzende freut sich: "Die drei machen das - wie wir fast alle in Kempen - für Sankt Martin ehrenamtlich. Dafür gebührt ihnen unser ausdrücklicher Dank, denn ich weiß, wieviel Arbeit dahinter steckt". 

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