Über 13.000 Kippen in nur zwei Stunden gesammelt

Niederrhein im Blick,

Annika Bach half nicht nur zum Schluss die gesammelten Zigarrettenkippen zu zählen, sondern sammelte nebenbei auch allerlei anderen Müll mit auf.

Kempen. Als am Ende die Zahl 13.200 auf dem Papier stand, war´s einen Augenblick lang still im Raum. So viele Kippen liegen in Kempen herum, dass in nur zwei Stunden diese gigantische Zahl zusammen kommen konnte! Und damit stand auch ein weiteres Ergebnis der 1. Sammel-Aktion: „Kempen ohne Kippen" fest: eine Fortsetzung tut Not.
Viele freiwillige Helfer und Helferinnen, u.a. ein 74-jähriger und ein 80-jähriger Sammler, hatten sich letzte Woche - mit Greifzangen, Pinzetten, Handschuhen und Tüten ausgestattet - auf den Weg durch die Kempener Innenstadt gemacht, um Kippen aufzulesen. Mit dabei waren auch Armin Horst, Rainer Hamm, Christoph Wefers und Silke Zander vom Werbering-Vorstand sowie der Wirt vom Falko, Jens Baeseler, und Michael Scharfenberg vom Autohaus.
Viele hatten sich extra freigenommen oder ihre Arbeitszeiten getauscht; die Einzelhändler ließen sich durch Aushilfen vertreten, um dabei sein zu können. Unterstützung gab es auch in anderer Weise.
Michael Fander ließ es sich nicht nehmen, alle Sammler zu einer abschließenden Erbsensuppe und einem Getränk einzuladen. Die Herren und Damen von der „küche" hatten die praktischen Greifzangen gesponsort. Und vor der Sammel- aktion überreichte Markus Hardt vom Obsthof jedem Helfer einen Sack mit frisch gepflückten Äpfeln.
Adrian Zirwes, der die Aktion intiiert hatte, erzählt: "Die Helfer wurden beim ihrem Rundgang durch die Altstadt überall positiv auf die Aktion angesprochen und gelobt. Danke, dass Ihr das macht, meinten einige. Und andere gaben Hinweise auf besonders verschmutz-te Plätze, die sich tatsächlich vor Arztpraxen, Fahrschulen, Bushaltestellen und Parkplätzen befanden".
So ergab sich am Rande der Sammlung manch interessantes Gespräch und die gemeinsame Erkenntnis, wie wichtig es ist, etwas Konkretes zu tun und nicht bloß darüber zu reden. Das sieht auch Annika Bach so. Sie half nicht nur zum Schluss die gesammelten Zigarrettenkippen zu zählen, sondern sammelte nebenbei auch allerlei anderen Müll mit auf. So wie sie es immer tut, wie sie berichtete. Wann immer sie im Wald spazierengeht, nimmt sie eine Mülltüte mit und sammelt nebenbei Müll auf...
Angesichts der unglaublichen Anzahl von 13.200 Kippen innerhalb von nur zwei Sammel-Stunden, war schnell klar, dass „Kempen ohne Kippen" unbedingt wiederholt werden sollte. Adrian Zirwes: „Die Resonanz war so überwältigend positiv, dass alle wieder mitmachen wollen, wenn der nächste Termin ansteht. Die nächste Sammelaktion wird an einem Samstag stattfinden, nämlich am 26. Oktober". Auch die Freien Wähler haben diese Aktion unterstützt und wollen demnächst in einer eigenen Sammelaktion speziell alle Spielplätze von Zigarrettenkippen säubern, wie Gisela Kadagies verlautbaren ließ. Und was geschieht mit all den gesammelten Kippen? Adrian Zirwes: „Im Moment habe ich sie noch in einem privaten Abstellraum gelagert, aber die umweltgerechte Entsorgung wird wohl Schönmackers aus Kempen übernehmen."
Und weiter: „Leider haben sich aber auf den bereits gesäuberten Straßen wieder Zigarretten-Kippen angesammelt, so dass wir diese Aktion auf jeden Fall am Samstag, den 26. Oktober, ab 10 Uhr, wiederholen wollen. Dieses Mal mit noch mehr Teilnehmern als beim ersten Mal. Wichtig wäre mir ein neues Bewusstsein zu schaffen, dass jeder etwas für seine Umwelt tun kann und dies auch denen mitteilen, die bisher unbewusst und achtlos ihre Kippen einfach so wegwerfen... 

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