Das wird ein spannendes Jahr für den Klimaschutz

Niederrhein im Blick,

Bei Wind und Wetter fährt Kempens Klimaschutzmanagerin Marie Roosen von Wachtendonk aus mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Kempen. „Ja, ich würde mir auch wünschen, dass wir beim Klimaschutz schnell in die Umsetzung kommen, aber wir stecken an vielen Stellen noch in der Grundlagenarbeit, die unverzichtbar ist”, sagt Kempens oberste Klimaschützerin. Seit Anfang 2021 steht Marie Roosen als Klimaschutzmanagerin in den Diensten der Stadt Kempen. Ihre vorrangige Aufgabe ist die Erstellung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Kempen. Integriert - das steht in diesem Zusammenhang für die Absicht, alle kommunalen Handlungsfelder zu bündeln und die verschiedenen Akteure wie auch die Bürgerschaft zu gewinnen, die CO2- und alle weiteren Treibhausgas-Emissionen schnell zu reduzieren.
Vorgeschaltet ist der „Masterplan Klimaschutz“, über den die Bürgerschaft in zwei Online-Workshops sich ausgetauscht hat. Die Ergebnisse werden am 27. Mai erneut im Umwelt- und Klimaschutzausschuss (UKA) vorgestellt. “Die vorgeschlagenen Maßnahmen zum Thema CO2-Einsparung aus dem Masterplan finden auch Eingang in meine Arbeit”, berichtet Marie Roosen. Eine zentrale Frage für das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Kempen ist, bis wann die Stadt Kempen klimaneutral werden soll. Das Ziel der Klimaneutralität ist klar, jedoch bleibt zu entscheiden, bis wann dieses erreicht werden soll. Dazu wird es auch auf lokaler Ebene sicherlich “kontroverse Diskussionen” geben. Bis Juni 2022 muss das Integrierte Klimaschutzkonzept politisch beschlossen sein.
“Ich würde mir wünschen, dass die Stadt Kempen sich ein ambitioniertes Ziel setzt - und dass die Stadtverwaltung für ihre Handlungsfelder eine Vorreiterrolle einnimmt”, sagt sie. Klimaschutz, das weiß die 29jährige, ist Teamarbeit und gelingt, wenn alle an einem Strang ziehen, d.h. Bürgerschaft, Gewerbe, Landwirtschaft sowie Stadtwerke, Politik und Verwaltung. “Ich habe die Stelle angenommen, weil Klimaschutz unglaublich wichtig und existenziell ist und mir sehr am Herzen liegt. Ich hoffe, den Klimaschutz in Kempen vorantreiben zu können”. Und dazu hat sie eine dicht gespickte Agenda. Workshop für die Wirtschaft Zum Beispiel steht aktuell die Vorbereitung eines Workshops für Gewerbetreibende an, der voraussichtlich als Online-Veranstaltung stattfinden wird.
“Was wünschen sich die örtlichen Unternehmer, welche Infos brauchen sie, wo ist Hilfe seitens der Stadt bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen erwünscht? Da geht es um Themen wie Photovoltaik, Energieeffizienz, um Mobilität und um das Thema Verpackung”. Am 7. Juni stellt sie (gemeinsam mit der Klima-Allianz Kreis Viersen, der Verbraucherzentrale NRW und der Energieagentur NRW) - ebenfalls online - Förderprogramme für die energetische Sanierung von Häusern vor. “Ich wohne selbst in einem denkmalgeschützten Gebäude in Wachtendonk und erlebe, wie wichtig z. B. Wärmedämmung ist.
Die Veranstaltung soll den Bürger den Weg durch den Fördermittel-Dschungel zeigen”. Am 16. Juni folgt in einer Online-Veranstaltung die Vorstellung der vorläufigen Energie- und Treibhausgas-Bilanz der Stadt Kempen, für die derzeit noch Daten ausgewertet werden. “Das wird zeigen, an welchem Punkt die Stadt Kempen steht und wo wir aktiv werden müssen”.
Im nächsten Umwelt- und Klimaschutzausschuss am 27. Mai wird sie darüber hinaus den “Runden Tisch Klimaschutz” vorstellen, der ab Herbst Politik, Stadtwerke, Wirtschaft, Landwirtschaft, Umweltschützer und Fridays for Future und weitere Akteure zum regelmäßigen Austausch über den Klimaschutz in Kempen zusammenbringen soll. Marie Roosen: „Es wird ein spannendes Jahr für den Kempener Klimaschutz. Wo wollen wir hin? Wie können wir unsere Ziele erreichen, welche Ressourcen brauchen wir dafür? Die Antworten werden wir gemein- sam erarbeiten.“ 

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